15. Mai 2012

Es war kein König in Israel

Richter 21,1-25

(Richter 21,25) Zu der Zeit war kein König in Israel; jeder tat, was
ihm recht dünkte.
Das Verbrechen in Gibea war bestraft, aber die langfristigen Folgen
waren schwerwiegend. Ein Riss war zwischen den Stämmen
Israels entstanden. Der Stamm Benjamin war bis auf 600 Männer
ausgelöscht. Auch alle Frauen waren getötet worden. Die Israeliten
hatten sich mit einem Eid gebunden, den Benjaminitern ihre
Töchter nicht zur Frau zu geben. So war der Stamm Benjamin zum
Aussterben verurteilt. Als den Israeliten dies bewusst wurde, tat
es ihnen leid. Sie konnten ihren Eid aber nicht zurücknehmen. Sie
suchten nach einem menschlichen Ausweg, ohne Gott zu befragen.
Sie schlugen die Stadt Jabesch in Gilead, die nicht mit in den Kampf
gezogen war, und gewannen so 400 unverheiratete Frauen. Weil
dies noch nicht genug war, sollten die übrigen Benjaminiter einfach
Mädchen beim Fest in Silo rauben. Dann hätten ihre Väter den Eid
nicht gebrochen, aber der Bestand des Stammes Benjamin wäre gesichert.
Die langfristigen Folgen der Sünde sind gravierend. Wenn
wir versuchen, sie auf menschliche Weise zu lösen, entstehen fragwürdige
Situationen. Der Verfasser kommentiert, dass die Ursache
der Orientierungslosigkeit darin lag, dass es keinen König in Israel
gab. Wenn wir Jesus als unseren Herrn und König annehmen, können
wir anfangen, das zu tun, was vor Gott richtig ist.

Gebet: Herr Jesus, du bist mein wahrer Herr und König. Lehre mich
zu tun, was vor dir richtig ist.

Ein Wort: Folge Jesus, dem wahren König!

14. Mai 2012

Sie versammelten sich vor dem Herrn

Richter 20,1-48

(Richter 20,1) Da zogen die Israeliten aus und die Gemeinde versammelte
sich wie ein Mann – von Dan bis nach Beerscheba und
vom Lande Gilead – vor dem Herrn in Mizpa.
Von dem Verbrechen in Gibea war ganz Israel betroffen. Alle Stämme
versammelten sich vor dem Herrn in Mizpa, wie zuletzt zur
Zeit Josuas. Zunächst hörten sie den Leviten, dessen Nebenfrau
getötet worden war, als Zeugen an. Es wurde klar, dass ein solches
Verbrechen nicht ohne Folgen bleiben konnte. Der Stamm
Benjamin wurde aufgefordert, die Verbrecher auszuliefern. Doch
die Benjaminiter versammelten sich zum Kampf. Eine bewaffnete
Auseinandersetzung war nun unausweichlich. Bevor die Israeliten
in den Kampf zogen, suchten sie zuerst Gottes Orientierung im Gebet.
Trotzdem mussten sie zunächst an zwei aufeinanderfolgenden
Tagen eine Niederlage einstecken. Erneut kamen sie im Gebet vor
Gott. Sollten sie wirklich gegen die Benjaminiter, ihre Brüder, kämpfen?
Gott bestätigte dies und sagte ihnen den Sieg zu. Am folgenden
Tag konnten sie die Benjaminiter in eine Falle locken und vernichtend
schlagen. Nur 600 Männer von Benjamin konnten sich auf
dem Fels Rimmon in Sicherheit bringen. Diese Begebenheit zeigt,
dass Sünde keine Privatangelegenheit ist, sondern die ganze Gesellschaft
betrifft. Die Sünde Einzelner stürzte Israel in einen Bruderkrieg
und konnte nur durch gemeinsames Gebet und Handeln vor
Gott überwunden werden.

Gebet: Herr, die Folgen meiner Sünde sind weitreichend. Lass mich
gegen die Sünde im Gebet geistlich kämpfen.

Ein Wort: Kämpfe im Gebet gegen die Sünde!

12. Mai 2012

Denkt darüber nach!

Richter 19,1-30

(Richter 19,30) Wer das sah, der sprach: Solches ist nicht geschehen
noch gesehen, seitdem Israel aus Ägyptenland gezogen ist, bis auf
diesen Tag. Nun denkt darüber nach, beratet und sprecht!
Diese Begebenheit beschreibt den moralischen Verfall zur Richterzeit.
Ein Levit wollte seine weggelaufene Frau aus ihrem Elternhaus
zurückzuholen. Er verzögerte die Heimreise jedoch tagelang, um
zu essen und zu trinken. Schließlich brach er so spät auf, dass er
schon bald nach einer Übernachtungsmöglichkeit Ausschau halten
musste. Er zog bewusst an der damals von Heiden bewohnten Stadt
Jerusalem vorbei, um in Gibea zu bleiben, das zum Stamm Benjamin
gehörte. Doch dort wollte ihn zunächst niemand aufnehmen.
Schließlich wurde er von einem alten Mann beherbergt, der selbst
dort fremd war. Die Leute der Stadt jedoch umstellten das Haus und
wollten sich über den Gast hermachen. Skrupellos überließ ihnen
der Levit seine Frau, um sein eigenes Leben zu retten, und ließ zu,
dass sie zu Tode geschändet wurde. Anschließend zerstückelte er
sie wie ein Opfertier und sandte sie in das ganze Gebiet Israels. Die
Begebenheit erinnert an die Ereignisse aus 1. Mose 19, doch dort
waren die Übeltäter Heiden gewesen und nicht Angehörige von
Gottes Volk. Schockierende Ereignisse können für uns ein Anlass
sein, über die geistliche Situation unserer Zeit nachzudenken.

Gebet: Herr, lass mich in einer verdorbenen Zeit bewusst ein reines
Leben führen.

Ein Wort: Denke über diese Zeit nach!

11. Mai 2012

Sie suchten sich ein Erbteil

Richter 18,1-31

(Richter 18,1) Zu der Zeit war kein König in Israel. Und der Stamm
der Daniter suchte sich zu der Zeit ein Erbteil, wo sie wohnen könnten;
denn es war ihm bis auf den Tag noch kein Erbe zuteil geworden
unter den Stämmen Israels.
Dem Stamm Dan war ein Erbteil durch Josua zugewiesen worden;
es lag westlich des Stammesgebietes von Benjamin (Josua 19,40-
46). Doch sie hatten sich gegen die benachbarten Philister nicht behaupten
können und wollten deshalb auf eigene Faust einen neuen
Wohnort suchen. Ihre Kundschafter kamen an Michas Haus vorbei
und trafen den Leviten. Dieser gab ihnen geistlichen Rat, ohne zuvor
Gott im Gebet gefragt zu haben. Als die Kundschafter einen
schutzlosen Platz gefunden hatten, zogen die Daniter aus, um die
friedliche Stadt einfach zu überfallen und einzunehmen. Unterwegs
führten sie sich wie Räuber auf, indem sie mit roher Gewalt das
Hausheiligtum Michas ausraubten und den Leviten, der Einspruch
erheben wollte, abwarben. Dieser betrachtete sein Priesteramt als
einen Job und wechselte den Arbeitgeber, als ihm dies vorteilhaft
erschien. In ihrer neuen Heimat errichteten die Daniter ein götzendienerisches
Heiligtum, das sie von dem Leviten verwalten ließen.
Die Begebenheit zeigt das niedrige geistliche Niveau aller Beteiligten.
Unser Erbteil, unser Platz in Gottes Werk wird uns von Gott
zugewiesen. Unsere Aufgabe sollen wir daher vor Gott treu bis zum
Ende erfüllen.

Gebet: Herr, lass mich meinem Erbe und meiner Aufgabe bis zum
Ende treu sein.

Ein Wort: Das Erbteil kommt von Gott

10. Mai 2012

Jeder tat, was ihn recht dünkte

Richter 17,1-13

(Richter 17,6) Zu der Zeit war kein König in Israel und jeder tat, was
ihn recht dünkte.
Die abschließenden Kapitel des Richterbuches geben einen Einblick
in die geistliche Situation der damaligen Zeit anhand von einigen
beispielhaften Begebenheiten. Micha hatte seiner eigenen Mutter
einen großen Geldbetrag gestohlen. Diese hatte den unbekannten
Dieb verflucht. Als ihr Micha seine Tat gestand, war sie aber offenbar
so erleichtert, dass sie nicht an eine Strafe dachte, sondern das
Geld zur Herstellung eines Götzenbildes verwendete. Micha stellte
das Götzenbild in sein privates Hausheiligtum. Zunächst „weihte“ er
einen seiner Söhne, um die Aufgabe des Priesters zu übernehmen.
Dann begegnete ihm ein Levit, der seine Heimat Bethlehem verlassen
hatte, um einen neuen Wohnort zu finden. Micha stellte diesen
Leviten kurzerhand als seinen persönlichen Priester ein und fühlte
sich dabei noch von Gott bestätigt. Weder er noch der Levit schienen
irgendein Unrechtsbewusstsein wegen ihres Götzendienstes zu
haben. Vers 6 kommentiert die Situation damit, dass es zu der Zeit
keinen König in Israel gab und deshalb jeder tat, was er für richtig
hielt. Weil die Menschen Gott nicht mehr als ihren Herrn und König
ehrten, war ihr Leben in geistliche Orientierungslosigkeit geraten.
Damit erinnert die Zeit der Richter an unsere Zeit, wo ebenfalls
geistliche Beliebigkeit herrscht.

Gebet: Herr, lass mich dich als den alleinigen Herrn und König meines
Lebens anbeten.

Ein Wort: Tue das, was vor Gott richtig ist!

9. Mai 2012

Gib mir Kraft, noch dies eine Mal

Richter 16,4-31

(Richter 16,28) Simson aber rief den Herrn an und sprach: Herr,
Herr, denke an mich und gib mir Kraft, Gott, noch dies eine Mal,
damit ich mich für meine beiden Augen einmal räche an den Philistern!
Der starke Simson wurde schwach, sobald er eine Frau sah, die ihm
gefiel. Die Philister bestachen Delila, damit sie das Geheimnis der
Stärke Simsons herausfand. Als sie unaufhörlich in ihn drang, wurde
seine Seele sterbensmatt. Simsons Stärke kam daher, dass er als
Gottgeweihter eine besondere Beziehung zu Gott hatte. Als er dieses
Geheimnis preisgab, wich Gott von ihm, und die Philister konnten
ihn überwältigen. Sie demütigten ihn, indem sie ihm die Augen
ausstachen und ihn Sklavenarbeit verrichten ließen. Schließlich
sollte er bei einem Fest zu Ehren des Philistergottes Dagon sogar
öffentlich zur Schau gestellt werden. Simsons Haare waren ebenso
wie seine Beziehung zu Gott wieder gewachsen. Er betete ein
letztes Mal um Gottes Kraft und konnte mit Märtyrergeist das Haus
zum Einsturz bringen. Sein Tod hatte mehr Feinde umgebracht, als
er zu Lebzeiten getötet hatte. Simson scheint hauptsächlich nach
seiner fleischlichen Begierde gelebt zu haben. Doch am Ende seines
Lebens war er zu Gott umgekehrt. Seine letzte Tat erinnert uns an
Christus, der sein eigenes Leben geopfert hat, um unsere größten
Feinde, die Sünde und den Tod, für immer zu besiegen.

Gebet: Herr, gib mir deine Kraft, damit ich mein ganzes Leben für
dich einsetzen kann.

Ein Wort: Denke an mich und gibt mir Kraft, Herr!

8. Mai 2012

Die Quelle des Rufenden

Richter 15,1-16,3

(Richter 15,19) Da spaltete Gott die Höhlung im Kinnbacken, dass
Wasser herausfloss. Und als er trank, kehrte sein Geist zurück und
er lebte wieder auf. Darum heißt der Ort „Quelle des Rufenden“;
die ist in Lehi bis auf den heutigen Tag.
Als Simsons Zorn verraucht war, wollte er sich mit seiner Frau versöhnen,
doch er musste erfahren, dass man sie einem anderen gegeben
hatte. Er rächte sich an den Philistern, indem er ihre Ernte
vernichtete. Diese ermordeten daraufhin seine Schwiegerfamilie.
Der Konflikt weitete sich aus. Als die Philister die Leute von Juda bedrohten,
wollten diese Simson ausliefern, obwohl sie zahlenmäßig
überlegen waren. Die Philister wollten sich schon über ihren scheinbar
wehrlosen Feind freuen, doch Gottes Geist verlieh Simson Kraft,
sodass er seine Stricke zerreißen und mit einem Eselskinnbacken
1000 Philister erschlagen konnte. Anschließend wurde er vom
Durst überwältigt. Als er zu Gott um Hilfe rief, spaltete dieser den
Eselskinnbacken und ließ frisches Wasser daraus fließen. Simson
trank und sein Geist kehrte zurück. Wer zu Gott ruft, der wird erquickt
werden. Später übernachtete Simson bei einer Hure in Gaza.
Die Philister warteten auf den Morgen, um ihn umzubringen. Doch
erneut gab Gott ihm übermenschliche Kraft, sodass er die Stadttore
aus den Angeln heben und entkommen konnte. In dieser Situation
deutet sich bereits an, dass eine Frau Simson schließlich zu Fall
bringen wird.

Gebet: Herr, danke dass du diejenigen erquickst, die in der Not zu
dir rufen.

Ein Wort: Gott ist die Quelle des Rufenden

7. Mai 2012

Es kam vom Herrn

Richter 14,1-20

(Richter 14,4) Aber sein Vater und seine Mutter wussten nicht, dass
es von dem Herrn kam; denn er suchte einen Anlass gegen die Philister.
Die Philister aber herrschten zu der Zeit über Israel.
Simson wollte trotz der Einwände seiner Eltern, die geistlich gesehen
recht hatten, eine Philisterin heiraten, weil sie seinen Augen
gefiel. Gott wollte dies zum Anlass nehmen, den Kampf gegen die
Philister zu beginnen. Auf dem Weg zur Hochzeit wurde Simson
von Gottes Geist erfüllt und konnte einen jungen Löwen, der seine
Familie bedrohte, mit bloßen Händen töten. Als seine Hochzeitsgesellschaft
das Rätsel, das er ihnen aufgab, nicht lösen konnte,
bedrohten sie seine Braut so lange, bis diese ihm die Lösung entlockte.
Die Philister machten die Antwort zu einem neuen Rätsel:
Was ist süßer als Honig? Was ist stärker als der Löwe? Gemäß dem
Hohelied lautet die Antwort: die Liebe (Hld 2,3; 5,1; 8,6.7). Erneut
gerät der Geist des Herrn über Simson. Sein Zorn richtet sich nicht
gegen seine Frau, sondern gegen die Philister. Er erschlägt dreißig
von ihnen, um den Preis für das Rätsel zu bezahlen. Doch letztendlich
verliert er seine Frau an seinen Brautführer. Simsons Verhalten
erscheint ungeistlich. Doch zwei Mal wird Gottes Geist erwähnt,
der Simson jedes Mal große Kraft verleiht. Gottes Geist und Wirken
folgen nicht immer unseren moralischen oder menschlichen Vorstellungen.

Gebet: Herr, deine Liebe ist süßer als Honig und stärker als ein
Löwe. Schenke mir heute offene Augen, dass ich das Wirken deines
Geistes erkennen kann.

Ein Wort: Erkenne Gottes Wirken!

5. Mai 2012

Gott geweiht von Anfang an

Richter 13,1-25

(Richter 13,5) denn du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären,
dem kein Schermesser aufs Haupt kommen soll. Denn der
Knabe wird ein Geweihter Gottes sein von Mutterleibe an; und er
wird anfangen, Israel zu erretten aus der Hand der Philister.
Manoach und seine Frau waren ein kinderloses Ehepaar. Inmitten
einer gottlosen Umgebung führten sie ein gottesfürchtiges Leben.
Gott erwählte sie, um den nächsten Retter Israels hervorzubringen.
Er sandte seinen Engel zu ihnen, um ihnen die Geburt eines
Sohnes anzukündigen. Das Kind sollte bereits vom Mutterleib an
Gott geweiht sein. Daher sollte seine Mutter bereits während der
Schwangerschaft keinen Wein oder sonstigen Alkohol trinken und
nichts essen, was vom Weinstock kommt oder unrein ist. Manoach
betete, dass Gott ihm noch einmal bestätigen möge, wie er sein
Kind erziehen sollte. Gott erhörte sein Gebet und sandte den Engel
erneut. Manoachs Frau sollte bereits während der Schwangerschaft
das Gesetz für die Nasiräer halten, damit ihr Sohn schon vor der Geburt
geheiligt wäre. Als Manoach erkannte, dass sie mit dem Engel
des Herrn gesprochen hatten, geriet er in Furcht, aber seine Frau
half ihm zu verstehen, dass Gott Leben geben und nicht töten will.
Sie gab ihrem Sohn den Namen Simson (= kleine Sonne). Simson
war tatsächlich von Geburt an von Gottes Geist erfüllt und wurde
von ihm angetrieben.

Gebet: Herr, lehre uns, wie wir unsere Kinder so erziehen können,
dass sie von deinem Geist erfüllt werden.

Ein Wort: Kinder sollen Gott geweiht sein

4. Mai 2012

Was ist mein Lebensinhalt?

Richter 12,8-15

(Richter 12,14) Der hatte vierzig Söhne und dreißig Enkel, die auf
siebzig Eseln ritten. Er richtete Israel acht Jahre.
Auf Jeftah folgten die Richter Ibzan, Elon und Abdon. Es ist interessant,
was von ihnen berichtet wird: Nicht das, was sie für Gott
oder für Gottes Volk taten, sondern was sie für sich selbst und ihre
Familien taten. Ibzan hatte dreißig Söhne und dreißig Töchter. Er
muss daher auch mehrere Frauen gehabt haben. Ibzan beschäftigte
sich mit „Heiratspolitik“. Er verheiratete seine dreißig Töchter
so geschickt, dass er für seine dreißig Söhne Frauen von auswärts
nehmen konnte. Er erinnert uns an die Menschen zur Zeit Noahs,
die mit essen, trinken, heiraten und sich heiraten lassen beschäftigt
waren. Vom Richter Elon ist nur die Zeit seines Richteramtes und
seine Begräbnisstätte bekannt. Abdon hatte ebenfalls eine große
Familie mit 30 Söhnen und 40 Enkeln. Es war ihm offenbar wichtig,
dass alle 70 Söhne und Enkel einen eigenen Esel als Reittier hatten
als Zeichen von Macht und Wohlstand. Die Richter als geistliche Leiter
sollten für ihr Volk beten und Gottes Wort an die Menschen weitergeben,
damit sie vor Gott Orientierung finden könnten. Besonders
nach dem Tod Jeftahs wäre auch die Einheit von Gottes Volk
ein wichtiges Gebetsanliegen gewesen. Doch diese Richter waren
nur mit sich selbst, ihrer Macht, ihrem Einfluss und ihrem Reichtum
beschäftigt. Gottes Volk wandte sich wieder den Götzen zu.

Gebet: Herr, ich möchte für dich und die mir anvertrauten Menschen
leben, anstatt nur für mich selbst.

Ein Wort: Lebe für Gott und seine Aufgabe!

3. Mai 2012

Warum kommt ihr, mit mir zu kämpfen?

Richter 12,1-7

(Richter 12,3) Als ich nun sah, dass ihr nicht helfen wolltet, wagte
ich mein Leben daran und zog gegen die Ammoniter, und der Herr
gab sie in meine Hand. Warum kommt ihr denn nun zu mir herauf,
mit mir zu kämpfen?
Wie zur Zeit Gideons (Richter 8,1-3) beanspruchte der große Stamm
Ephraim die Führungsrolle und fühlte sich durch Jeftahs Sieg gegen
die Ammoniter in seinem Stolz verletzt. Sie beschwerten sich,
Jeftah hätte es versäumt, sie zur Unterstützung zu rufen. Gideon
hatte bei einer ähnlichen Gelegenheit die Situation mit einer weisen
Antwort entschärft. Doch Jeftah beschuldigte seinerseits die
Ephraimiter, sie hätten ihn im Stich gelassen. Daraufhin beleidigten
die Ephraimiter die Gileaditer als Flüchtlinge und die Situation
eskalierte zu einem Bruderkrieg zwischen Ephraim und Gilead. Die
Gileaditer besiegten die Ephraimiter und besetzten anschließend
die Furten des Jordan. Wenn jemand dort übersetzen wollte, ließen
sie ihn das Wort „Schibbolet“ sprechen. Wenn er das Wort als „Sibbolet“
aussprach und sich dadurch als Ephraimiter verriet, wurde er
getötet. Die Begebenheit zeigt, wie leicht in Gottes Werk die Einheit
gestört werden kann. Jemand fühlt sich ausgeschlossen oder in seinem
Stolz verletzt. Der andere fühlt sich beleidigt oder angegriffen.
Wir können von Gideon lernen, wie wir die Einheit bewahren können:
indem wir unseren Stolz verleugnen und den anderen höher
achten als uns selbst.

Gebet: Herr, lehre mich, meinen Stolz zu überwinden und die Einheit
in Gottes Werk zu bewahren.

Ein Wort: Bewahre die Einheit!

2. Mai 2012

Ein vorschnelles Gelübde

Richter 10,17-11,40

(Richter 11,35) Und als er sie sah, zerriss er seine Kleider und
sprach: Ach, meine Tochter, wie beugst du mich und betrübst mich!
Denn ich habe meinen Mund aufgetan vor dem Herrn und kann‘s
nicht widerrufen.
Als Israel von den Ammonitern bedroht wird, ist es diesmal nicht
Gott, der einen Retter beruft, sondern das Volk sucht selbst nach einem
Führer, den sie im Falle des Sieges zum König machen wollen.
Jeftah war wegen seiner Abstammung sowohl in seiner Familie als
auch in seinem Stamm ein Außenseiter. Er ging auf die Bitte seiner
Stammesbrüder ein, gegen die Ammoniter zu kämpfen. Zunächst
versuchte er jedoch seine Feinde durch Verhandlungen davon zu
überzeugen, dass sie im Unrecht waren. Bevor er sich in den Kampf
stürzte, legte er ein Gelübde ab, obwohl Gott das von ihm nicht verlangt
hatte. Tragischerweise ist das Erste, was ihm nach dem Sieg
aus seiner Haustür entgegenkommt, seine einzige Tochter. Jeftah
erfüllt sein Gelübde vor Gott. Da nicht der Tod, sondern die Jungfernschaft
seiner Tochter beweint wird, können wir allerdings vermuten,
dass er sie nicht zum Brandopfer geopfert, sondern sie auf
andere Weise Gott übergeben hat, zum Beispiel für den Dienst an
der Stiftshütte. Gott wünscht nicht ein besonderes Opfer oder Versprechen
von uns, sondern unseren Gehorsam, unseren Glauben
und den ersten Platz in unserem Herzen.

Gebet: Herr, bewahre mich vor vorschnellen Versprechen. Lass
mich dir mein Herz und mein Leben zur Verfügung stellen und dir
durch den Glauben gefallen.

Ein Wort: Gott wünscht nicht Opfer, sondern Glauben

8. Februar 2012

Israels Plage jammerte den Herrn

Richter 10,1-16

(16) Und sie taten von sich die fremden Götter und
dienten dem HERRN. Da jammerte es ihn, dass Israel so geplagt
wurde.

Unter den Richtern Tola und Jaїr erfuhr Israel eine lange Zeit des
Friedens. Tola stammte wie die Richterin Debora aus dem Stamm
Issachar und wirkte auf dem Gebirge Ephraim. Jaїr stammte aus
Gilead östlich des Jordans. Er demonstrierte seinen Reichtum, indem
er jedem seiner dreißig Söhne einen Esel als Reittier und eine
Stadt zur Verfügung stellte. Nach ihrem Tod wandte sich Israel erneut
dem Götzendienst zu. Im Vergleich zu Kapitel 2,12 war ihre
Götzenanbetung noch vielfältiger geworden. Gott ließ es zu, dass
ihre Feinde, die Philister und die Ammoniter, sie in die Zange nahmen
und das Land 18 Jahre lang zertraten. In ihrer Angst schrien die
Israeliten wieder zu Gott, doch der machte es ihnen diesmal nicht
so leicht. Immer wieder hatten sie Gottes Hilfe gegen verschiedene
Feinde erfahren, aber sie hatten trotzdem jedes Mal anschließend
Gott verlassen und anderen Göttern gedient. Nun sollten sie doch
bei ihren Götzen Hilfe suchen! Gott möchte nicht nur als unser Rettungsanker
in der Not ausgenutzt werden. Er möchte in jeder Zeit
unser Gott sein. Erst als die Israeliten praktisch ihre Umkehr zeigten,
jammerte es Gott, dass sie so geplagt wurden, und er stellte
einen neuen Erretter für sie auf.

Gebet: Herr, nicht nur in der Not, sondern jederzeit sollst du mein
Gott sein. Danke für dein Erbarmen.

Ein Wort: Bleibe Gott immer treu!

7. Februar 2012

Sei unser König!

Richter 9,1-57

(14) Da sprachen alle Bäume zum Dornbusch: Komm
du und sei unser König!

Nach Gideons Tod war ein Machtvakuum entstanden. Abimelech
war der Sohn von Gideons sichemitischer Nebenfrau. Er überredete
die kanaanitischen Verwandten seiner Mutter, ihn dabei zu unterstützen,
König zu werden. Er warb Söldner an und tötete alle seine
Halbbrüder außer dem jüngsten Jotam, der entkommen konnte.
Die Sichemiter krönten ihn zum König. Jotam hielt vom Berg Garizim
aus eine gleichnishafte Predigt. Der Ölbaum, der Feigenbaum
und der Weinstock lehnten das Königtum ab, weil sie es vorzogen,
ein fruchtbringendes Leben zu führen. Im Gegensatz dazu stand der
nutzlose Dornbusch, der weder etwas zu geben noch zu verlieren
hatte und seine Macht rücksichtslos ausspielte. Jotam kündigte an,
dass sich Abimelech und die Sichemiter gegenseitig zerstören würden.
Tatsächlich wurden die Sichemiter Abimelech untreu, der daraufhin
die ganze Stadt auslöschte. Er selbst wurde bei der Eroberung
von Temez von einer Frau mit einem Mühlstein zerschmettert.
Jotams Warnung hatte sich erfüllt. Der Text erinnert uns daran, dass
der wahre Segen in einem fruchtbringenden Leben liegt. Menschlicher
Ehrgeiz dagegen führt zur Zerstörung. Niemand sollte ein Amt
aufgrund seines menschlichen Ehrgeizes anvertraut bekommen.

Gebet: Herr, mache mich frei von menschlichem Ehrgeiz und lass
mich stattdessen ein fruchtbringendes Leben als ein Segen führen.

Ein Wort: Bringe Frucht und sei ein Segen!

6. Februar 2012

Der Herr soll Herrscher sein

Richter 8,4-35

(23) … Ich will nicht Herrscher über euch sein, und
mein Sohn soll auch nicht Herrscher über euch sein, sondern der
Herr soll Herrscher über euch sein.

Bei der Verfolgung der Midianiter bat Gideon die Einwohner von
Sukkot und Pnuël um Unterstützung durch Proviant. Doch die
beiden Städte verweigerten die Hilfe, vielleicht weil sie den Ausgang
des Kampfes für unsicher hielten. Gideon gelang es, das übrige
Heer der Midianiter trotz der immer noch großen Übermacht zu
überwältigen. Er bestrafte die Bewohner von Sukkot und Pnuël
hart und tötete die beiden Midianiterkönige. Die Israeliten waren
von Gideon begeistert und boten ihm und seinen Nachkommen
das erbliche Königtum an. Gideon widerstand der Versuchung mit
den Worten: „Der Herr soll Herrscher über euch sein!“ Doch seine
Worte und seine Taten stimmten nicht überein. Er nahm von der
Kriegsbeute etwa 20 kg Gold und machte daraus ein Götzenbild,
das er in seiner Heimatstadt aufstellte. Dieser Götze wurde Gideon
und seiner Familie zum Fallstrick. Offenbar lebte Gideon von da an
nach seinem Gefühl. Er hatte viele Frauen und eine Nebenfrau. Sein
Familienleben sollte in der nächsten Generation zur Katastrophe
führen. Ihn selbst segnete Gott trotz allem mit einem langen Leben
und gab dem Land Ruhe. Nach seinem Tod wandte sich Israel erneut
dem Götzendienst zu.

Gebet: Herr, du allein sollst Herrscher über mein Leben sein. Hilf
mir, dir bis zum Ende meines Lebens treu zu sein.

Ein Wort: Der Herr soll mein Herrscher sein.

4. Februar 2012

Zu zahlreich ist das Volk

Richter 7,1-8,3

(7,2) Der HERR aber sprach zu Gideon: Zu zahlreich
ist das Volk, das bei dir ist, als dass ich Midian in seine Hände geben
sollte; Israel könnte sich rühmen wider mich und sagen: Meine
Hand hat mich errettet.

Nun stand Gideon vor einer großen Herausforderung. Israels Heer
war mit 32.000 Soldaten gegenüber den Midianitern deutlich in
der Unterzahl. Trotzdem fand Gott, dass die Israeliten zu zahlreich
waren. Er wollte, dass sie den Sieg nicht durch ihre eigene Kraft,
sondern allein durch seine Macht und Hilfe erfahren würden. Deshalb
sollte Gideon alle nach Hause schicken, die ängstlich und verzagt
waren. 10.000 blieben übrig – immer noch zu viele in Gottes
Augen. Gideon sollte sie einer Prüfung unterziehen. Nur 300 von
ihnen legten beim Wassertrinken ihre Waffen nicht aus der Hand
und bestanden den Test. Gott kannte Gideons Furcht und ließ ihn
den Bericht eines Midianiters über seinen Traum hören, der Israels
Sieg voraussagte. Jetzt war Gideon bereit. Die „Waffen“ seiner
Männer waren Posaunen und in Krügen versteckte Fackeln. Als die
Posaunen geblasen und die Krüge zerschlagen wurden, gerieten
die Midianiter in Panik und bekämpften sich gegenseitig, so dass
Israel sie in die Flucht schlagen konnte. Die Ephraimiter zankten mit
Gideon, weil sie erst spät am Kampf beteiligt worden waren, doch
Gideon konnte sie mit weisen Worten besänftigen.

Gebet: Herr, lass mich nicht auf menschliche Überlegenheit,
sondern auf deine Hand vertrauen.

Ein Wort: Vertraue auf Gottes Hand!

3. Februar 2012

Orientierung im Gebet

Richter 6,33-40

(37) so will ich abgeschorene Wolle auf die Tenne
legen: Wird der Tau allein auf der Wolle sein und der ganze Boden
umher trocken, so will ich daran erkennen, dass du Israel erretten
wirst durch meine Hand, wie du zugesagt hast.

Die Midianiter verbündeten sich mit den Amalekitern und weiteren
Feinden, um gegen Israel zu kämpfen. Gideon stand die erste größere
Schlacht bevor. Er versammelte seinen eigenen Stamm und
die Nachbarstämme zum Kampf. Doch bevor er sich in die Schlacht
stürzte, suchte er Gottes Orientierung und Bestätigung. Hatte Gott
ihn wirklich zur Rettung Israels bestimmt? Im Gebet vereinbarte Gideon
mit Gott ein Zeichen: Er wollte abgeschorene Wolle auf der
Tenne ausbreiten. Der Tau sollte nur die Wolle, aber nicht den Boden
um sie herum befeuchten. Tatsächlich war am nächsten Morgen
nur die Wolle feucht. Doch Gideon war sich immer noch unsicher.
Deshalb bat er noch einmal um ein Zeichen. Im Gegensatz
zum ersten Mal sollte diesmal die Wolle trocken bleiben und nur
der Boden feucht sein. Dies war noch unwahrscheinlicher, da die
Wolle Feuchtigkeit leichter aufnimmt als der Boden. Doch Gott bestätigte
auch dieses Zeichen. Gideon vertraute im Kampf nicht auf
seine eigene Stärke und seine Fähigkeiten sondern suchte so lange
im Gebet nach Gottes Willen, bis er seine innere Furcht und Zweifel
überwunden hatte.

Gebet: Herr, lehre mich ausdauerndes Gebet, bis ich deine Orientierung
und Bestätigung gefunden habe.

Ein Wort: Suche Gottes Orientierung im Gebet!

2. Februar 2012

Du sollst Israel erretten

Richter 6,1-32

(14) Der HERR aber wandte sich zu ihm und sprach:
Geh hin in dieser deiner Kraft; du sollst Israel erretten aus den Händen
der Midianiter. Siehe, ich habe dich gesandt!

Als die Israeliten erneut taten, was Gott missfiel, ließ er es zu, dass
sie von den Midianitern unterdrückt wurden, die wiederholt ihre
Ernte vernichteten. Auf ihren Hilferuf hin tadelte Gott zunächst ihre
Untreue und ihren Götzendienst. Dann berief er Gideon, der aber
als Richter und Erretter ungeeignet erschien. Er kam aus einer bedeutungslosen
Familie und war der Jüngste dort. Vor allem hatte er
einen ängstlichen Charakter. Aus Angst vor den Midianitern drosch
er den Weizen nicht auf dem gut sichtbaren Dreschplatz, sondern
in der Kelter. Gott versprach, mit ihm zu sein. Gideon bat Gott um
ein Zeichen als Bestätigung seiner Berufung. Gott half ihm, indem
er sein Opfer mit Feuer verzehrte. Daraufhin baute Gideon Gott
einen Altar und nannte ihn: „Der Herr ist Friede“. Gideons erste
Bewährungsprobe bestand darin, den Götzenaltar seiner eigenen
Familie zu zerstören und durch einen Altar Gottes zu ersetzen. Gideon
gehorchte, aber er tat dies aus Furcht vor seiner Familie und den
Nachbarn nicht bei Tage, sondern in der Nacht. Als seine Tat herauskam
und die Stadtbewohner seinen Tod forderten, stellte sein Vater
sich hinter ihn, so dass ihm nichts geschah.

Gebet: Herr, ich bin oft ängstlich und fürchte die Reaktion der Menschen.
Lass mich wie Gideon dir gehorchen und gebrauche mich für
die Errettung anderer.

Ein Wort: Du sollst … erretten!

1. Februar 2012

Die Gott lieben, werden sein wie die Sonne

Richter 5,1-31

(31a) So sollen umkommen, HERR, alle deine Feinde!
Die ihn aber lieb haben sollen sein, wie die Sonne aufgeht in ihrer
Pracht!

Nach dem Sieg stimmten Debora und Barak einen Lobgesang an.
Er erinnert an Moses Lobgesang nach dem Durchzug der Israeliten
durch das Rote Meer. Gott allein gehört die Ehre für den Sieg. Er
hatte den Israeliten die Bereitschaft zum Kampf gegeben. Gottes
Macht ließ die Erde erzittern und den Himmel regnen. Das Siegeslied
spart auch die dunklen Seiten nicht aus. Gottes Volk wagte
nicht, die üblichen Verkehrswege zu benutzen oder die Felder
zu bestellen, es fehlte an Lebensmitteln wie an Waffen. Diese Not
hatten sie selbst verursacht, als sie sich neue Götter erwählt hatten.
Doch in dieser Zeit hatte Gott eingegriffen, indem er Debora als
eine geistliche Mutter für Israel erweckt hatte. Sie forderte Barak
heraus, Gottes Berufung in den geistlichen Kampf zu folgen. Nicht
alle Stämme nahmen die Herausforderung an. Jaël war eine schwache
Frau, doch durch ihre mutige Glaubenstat konnte sie den Kampf
entscheiden. Letztendlich hängt unser ewiges Schicksal von unserer
Beziehung zu Gott ab. Die Feinde Gottes werden gedemütigt und
umkommen. Die Gott lieben dagegen werden sein, wie die Sonne
aufgeht in ihrer Pracht.

Gebet: Herr, lass mich zu denen gehören, die dich lieben und wie
die aufgehende Sonne dein Licht widerspiegeln.

Ein Wort: Die Gott lieben, werden sein wie die Sonne.

31. Januar 2012

Auf! Das ist der Tag

Richter 4,1-24

(14) Debora aber sprach zu Barak: Auf! Das ist der
Tag, an dem dir der Herr den Sisera in deine Hand gegeben hat,
denn der Herr ist ausgezogen vor dir her. So zog Barak von dem
Berge Tabor hinab und die zehntausend Mann ihm nach.

Diesmal gab Gott Israel in die Hand des Königs Jabin. Seine Streitmacht
verfügte über 900 Panzer und war damit praktisch unbesiegbar.
Gott hatte der Richterin Debora geistliche Autorität gegeben,
sodass sie den Israeliten Rat und geistliche Orientierung geben
konnte. Sie forderte Barak auf, Israel gegen König Jabins Heer in
den Kampf zu führen. Doch der war ängstlich, sodass er erst bereit
war, als Debora versprach, mit ihm zu kommen. Nachdem das Heer
Israels und die Feinde sich versammelt hatten, ermutigte Debora
Barak, dass Gott bereits vor ihm ausgezogen sei. Tatsächlich hatte
Gott die Feinde so erschreckt, dass sie von selbst flohen. General
Sisera floh zu Fuß in das Zelt Jaels, der Frau Hebers, der mit Jabin
einen Friedensvertrag hatte. Jael aber stand auf der Seite von Gottes
Volk und tötete Sisera. Im geistlichen Kampf entscheidet nicht technische
oder physische Überlegenheit, sondern unser Glaube. Gott
kann den Sieg durch scheinbar machtlose und unbedeutende Personen
geben. Noch wichtiger als die Kämpfer selbst sind manchmal
diejenigen, die sie mit Gottes Wort ermutigen können.

Gebet: Herr, gebrauche mich heute, um einen Menschen im geistlichen
Kampf mit deinem Wort zu ermutigen.

Ein Wort: Ermutige andere mit Gottes Wort!

30. Januar 2012

Gott erweckte ihnen Retter

Richter 3,7-31

(9) Da schrien die Israeliten zu dem Herrn, und der
Herr erweckte ihnen einen Retter, der sie errettete, Otniel, den
Sohn des Kenas, des jüngsten Bruders von Kaleb.

In diesem Abschnitt wird von drei verschiedenen Richtern erzählt.
Otniel war Kalebs Neffe und sein Schwiegersohn. Wie sein Onkel
war er von Gottes Geist erfüllt und konnte Israel aus der Hand des
Königs von Mesopotamien erretten. Doch nach seinem Tod ging
der Kreislauf von Götzendienst und Unterdrückung weiter. Diesmal
war es Eglon, der König der Moabiter, der Israel durch Tributzahlungen
knechtete. Gott erweckte Ehud als Retter. Er war Linkshänder,
deshalb blieb seine Waffe, die er auf der rechten Seite trug, unentdeckt,
und er konnte Eglon durch ein Attentat töten. Er konnte
unbemerkt entkommen und die allgemeine Verwirrung für einen
Überraschungssieg gegen die Moabiter nutzen. Schamgar kam
nach Ehud. Gott half ihm, 600 Philister mit einem einfachen Ochsenstecken
zu erschlagen. Auch unsere Zeit braucht Menschen, die
von Gott erweckt werden, die sich mit seinem Geist erfüllen lassen
und die mutig gegen die wahren Feinde Gottes, die Sünde und den
Teufel, kämpfen, sodass Menschen aus ihrer Herrschaft befreit werden
und Frieden haben. Gott kann dafür sogar unsere sonst nachteiligen
Eigenschaften oder bescheidene Werkzeuge gebrauchen.

Gebet: Herr, danke für Jesus, meinen wahren Retter. Erfülle mich
mit deinem Geist und lass mich für die Errettung von Menschen
mutig kämpfen.

Ein Wort: Erwecke mich zur Errettung von Menschen!

29. Januar 2012

Freude am Lob Gottes

Psalm 92,1-15

(2) Das ist ein köstlich Ding, dem HERRN danken und
lobsingen deinem Namen, du Höchster.

Gott will, dass wir ihn preisen, am Morgen und am Abend. Er
möchte, dass wir ihm Loblieder singen und für seine Ehre Musik
machen. Wenn unsere geistlichen Augen geöffnet werden, können
wir Gottes mächtige Hand sehen, die unter uns wirkt. Seine großartigen
Taten und die Werke seiner Hände erfüllen uns mit Freude.
Wie tief sind seine Gedanken! Menschen, die keine geistlichen Augen
haben, können Gottes wunderbaren Werke nicht sehen; sie
wissen nicht, dass die Übeltäter, obwohl sie manchmal Erfolg zu
haben scheinen, am Ende für immer vertilgt werden.
Diejenigen, die Gottes Gnade geschmeckt haben und in der rechten
Beziehung mit Gott leben, werden immer wieder von ihm erneuert.
Sie werden auch im hohen Alter noch Früchte tragen. Lasst uns
auch dem Herrn singen: „Der HERR ist mein Fels und kein Unrecht
ist an ihm.“ (16) Lasst uns seine Gnade des Morgens und des Nachts
seine Wahrheit verkündigen.

Gebet: Herr, öffne meine Augen, damit ich deine Werke sehen
kann; öffne meine Augen und Ohren, damit ich sehen und hören
kann, wie du die Feinde zerstreust; öffne meine Lippen, um dich zu
preisen.

Ein Wort: Singe dem Herrn ein Loblied!

28. Januar 2012

Eine Generation, die Gott nicht kannte

Richter 2,6-3,6

(10) Als auch alle, die zu der Zeit gelebt hatten, zu
ihren Vätern versammelt waren, kam nach ihnen ein anderes Geschlecht
auf, das den Herrn nicht kannte noch die Werke, die er an
Israel getan hatte.

Mit dem Tod Josuas ging eine Ära zu Ende. Im Folgenden wird zusammengefasst,
was sich in den Kapiteln 3-16 siebenmal wiederholt:
Die Israeliten heirateten die Töchter ihrer kanaanitischen
Nachbarn und dienten ihren Götzen. Das missfiel Gott, der sie in
die Hand ihrer Feinde gab. Die Israeliten klagten über ihre Unterdrücker.
Gott hatte Erbarmen mit ihnen und erweckte Richter, die
sie vor den Feinden erretteten. Doch wenn die Richter gestorben
waren, trieben die Israeliten es schlimmer als zuvor. Wie konnte
es zu diesem dauernden Kreislauf von Sünde und Niederlage kommen?
Die Wurzel des Problems lag darin, dass die erste Generation
es versäumt hatte, ihren Kindern von Gottes mächtigen Werken
zu erzählen und sie Gottes Gebote und sein Wort zu lehren. So
entstand eine Generation, die Gott nicht kannte. Eine Gesellschaft
gerät in eine abwärts führende Spirale von Sünde, Niederlage und
Verfall, wenn sie Gott nicht mehr kennt. Wir können diesen Kreislauf
aufhalten, indem wir uns selbst an Gottes Werke erinnern, seinem
Wort folgen und dies an unsere Kinder und an möglichst viele
andere Menschen weitergeben.

Gebet: Herr, lass mich deine Werke und dein Wort an diese und die
nächste Generation weitergeben.

Ein Wort: Lehre die nächste Generation!

27. Januar 2012

Ihr habt meiner Stimme nicht gehorcht

Richter 1,21-2,5

(2) Ihr aber solltet keinen Bund schließen mit den
Bewohnern dieses Landes und ihre Altäre zerbrechen. Aber ihr habt
meiner Stimme nicht gehorcht. Warum habt ihr das getan?

Nach Juda eroberten auch die anderen Stämme das ihnen zugewiesene
Gebiet. Doch Benjamin, Manasse, Ephraim, Sebulon, Asser
und Naftali vertrieben die Kanaaniter nicht, sondern machten sie
allenfalls fronpflichtig. Lediglich das Haus Josef ging bei der Eroberung
Bethels so vor, wie Gott ihnen geboten hatte: Sie verschonten
nur die Familie eines Mannes, der ihnen geholfen hatte, und vollstreckten
an der übrigen Stadt den Bann. Gott sandte einen Engel zu
seinem Volk, der sie an seine Gnade, seine Verheißung und seinen
Bund mit ihnen erinnerte. Gott hatte sie aus der Sklaverei in Ägypten
errettet und ihnen versprochen, sie in das verheißene Land zu
führen. Gott war seinem Bund mit ihnen immer treu gewesen. Doch
Gottes Volk hatte seiner Orientierung nicht gehorcht, sondern war
aus Bequemlichkeit, Menschenfurcht, Unglauben und Pragmatismus
Kompromisse mit den heidnischen Kanaanitern eingegangen,
anstatt sie vollständig zu vertreiben. Nun sollten die Kanaaniter mit
ihrem Götzendienst für sie zur Falle werden. Die Israeliten weinten
viele Tränen, ohne zu echter Umkehr zu finden.

Gebet: Herr, lass mich an deiner Gnade und deinem Wort festhalten
und mit der Welt keine Kompromisse eingehen.

Ein Wort: Gehorche Gottes Wort ohne Kompromisse!

26. Januar 2012

Sie befragten den Herrn

Richter 1,1-20

(1) Nach dem Tod Josuas befragten die Israeliten den
Herrn und sprachen: Wer soll zuerst hinaufziehen, Krieg zu führen
gegen die Kanaaniter?

Josua hatte das Land Kanaan vollständig an die zwölf Stämme verteilt.
Trotzdem waren viele Gebiete noch nicht von den Israeliten
erobert worden und befanden sich weiter in kanaanitischer Hand.
Nach Josuas Tod halfen die Ältesten dem Volk, diese Aufgabe in
Angriff zu nehmen. Sie befragten Gott darüber, wer im Kampf voranziehen
sollte. Juda machte den Anfang und nahm den Stamm
Simeon als Verstärkung mit. Sie besiegten im Norden den König von
Besek und verstümmelten ihn so, wie er es zuvor mit siebzig unterlegenen
Königen getan hatte. Er erkannte darin Gottes Gerechtigkeit.
Im Süden wurden Hebron, Debir und Horma erobert. Hebron
wurde Kaleb zugesprochen. Otniel eroberte Debir und gewann dadurch
die Hand von Kalebs Tochter Achsa. Die Nachkommen von
Moses Schwager Hobab siedelten sich weit im Süden an. Doch diese
Erfolgsstory hatte auch ihre dunkle Seite. Juda konnte die Küstenebene
mit den Philisterstädten Gaza, Aschkelon und Ekron nicht
erobern. Auf dem Gebirge fühlten sie sich überlegen, doch als sie
die eisernen Wagen ihrer Gegner in der Ebene sahen, wurden sie
entmutigt. Sie schauten auf die äußere Situation und begrenzten
Gottes Macht, anstatt auf Gottes Verheißung zu vertrauen.

Gebet: Herr, lass mich in allem dich befragen und im Vertrauen auf
deine Verheißung mutig vorangehen.

Ein Wort: Befrage in allem den Herrn!