Einführung in das Johannesevangelium
Der Verfasser ist der Apostel Johannes. Johannes beschreibt
sich in den Versen seines Evangeliums (Joh 13,23; 19,26; 21,20.24)
als „den Jünger, den der Herr lieb hatte“. Das Buch wurde Schätzun-
gen nach ca. 70 n.Chr. in Ephesus geschrieben.
Der Inhalt lässt sich grob wie folgt gliedern:
1. Das ewige Wort kam in die Welt Kap 1
2. Jesu öffentliche Wirksamkeit Kap 2-12
3. Jesu Abschiedsreden an die Jünger Kap 13-17
4. Jesu Leiden und Sterben Kap 18-19
5. Erscheinungen des Auferstandenen Kap 20-21
Die Absicht des Verfassers wird von ihm selbst in Joh 20,31
genannt: „Diese aber sind geschrieben, damit ihr glaubt, dass Jesus
der Christus ist, der Sohn Gottes, und damit ihr durch den Glauben
das Leben habt in seinem Namen.“
Hiernach ist der Glaube an Jesus insofern wichtig, als dass
man durch den Glauben an ihn das Leben haben kann. Das ewige
Leben bedeutet nämlich Gott zu kennen (Joh 17,3). Gott ist jedoch
unsichtbar. Als Augenzeuge Jesu berichtet Johannes nun aber, dass
der unsichtbare Gott in der Gestalt Jesu sichtbar geworden ist. Als
Leitvers für das Buch kann daher Vers Joh 1,14 verstanden werden:
„Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen
seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes
vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.“
Durch dieses Evangelium können wir erfahren, wie wir durch
den Glauben an Jesus das Leben in voller Genüge haben können.
Johannes 1,1-5
Im Anfang war das Wort
(Joh 1,1) Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und
Gott war das Wort.
Der heutige Abschnitt beginnt mit den Worten „im An-
fang“. Dieser Ausdruck bezeichnet einen Zeitraum vor dem Beginn
aller sichtbaren Schöpfung. In dieser Ewigkeit vor der Schöpfung
sei das Wort. Das Zusammensein des Wortes mit Gott bedeutet,
dass Gott eigentlich das Wort sei. Warum schreibt Johannes dann
nicht einfach: „Im Anfang war Gott.“? Warum schreibt er (Vers 2):
„Dasselbe(das Wort) war im Anfang bei Gott.“, so dass man zwei
Wesen im Anfang sieht? Johannes will damit sagen, dass Gott in
einer gegenseitigen Unterhaltung mit dem Wort war. Es gab eine
ewige Gemeinschaft. In Vers 4 lesen wir, dass Gott alles Sichtba-
re durch dieses Wort im Anfang geschaffen hat. So können wir die
Welt und alles Sichtbare aus der unsichtbaren Gemeinschaft im An-
fang herleiten. So ist alles aus dem Einen entstanden (vgl. 1. Kor
15,28). Wenn ein Mensch den Ursprung allen Lebens in diesem
ewigen Wort zu verstehen beginnt, gibt es für diesen Menschen das
Licht. Ohne diese Erkenntnis bleibt der Mensch in der Finsternis.
Gebet: Herr, ich sehne mich ab und zu nach der Ewigkeit und frage
mich, woher alles kommt. Lass mich auch in deine Gemeinschaft
eintreten, indem ich an das Wort im Anfang glaube.
Ein Wort: Im Anfang war das Wort und Gott war das Wort.