30. Juni 2011

Habakuks Gebet

Habakuk 3,1-19

(Hab 3,17.18) Da wird der Feigenbaum nicht grünen, … Aber ich will
mich freuen des HERRN und fröhlich sein in Gott, meinem Heil.

In der Zeit des nationalen Unglücks, erinnert der Prophet an
die allmächtigen Taten Gottes und betet, dass der Herr sie wieder
tue und dass Gott in seinem Zorn an Barmherzigkeit denke. Er bete-
te dafür, dass Gott Israel lebendig macht, geistlich wiederherstellt.
Wir sollen auch für die geistliche Erweckung und Wiederherstellung
in Europa wie Habakuk beten. Habakuk klagte bis jetzt, aber nach-
dem er die Antwort Gottes gehört hat, lobt er Gott (3-15). Gott, der
über Himmel und Erde herrscht und auch richtet, ist unseres Lobes
allein würdig. Er lobt Gottes Herrschaft über die Natur (4-10) und
den endgültigen Sieg über die gottlosen Menschen (11-15). Gott
zerschlug die Bösen, um seinem Volk und seinen Gesalbten zu hel-
fen (13). Nun sah Habakuk Gottes Gerechtigkeit und seine Herrlich-
keit in der Welt, in der nur die Bösen zu herrschen scheinen. Sein
klagendes Herz wurde mit dem Lob Gottes erfüllt. Obwohl die Oli-
venernte ausblieb und keine Schafe in den Hürden waren, können
wir uns in Gott, unserem Erretter freuen. Wenn Gott unser Leben
berührt, dann leitet er unsere Gedanken und Gefühle und Taten, so
wie die Füße des Hirsches. Dann können wir mit Gott über Höhen
gehen und uns in ihm freuen.

Gebet: Herr, lass mich in dir fröhlich sein und mit dir über Höhen
gehen.

Ein Wort: Ich freue mich an Gott, meinem Erretter

29. Juni 2011

Fünf Wehrufe Gottes

Habakuk 2,6-20

(Hab 2,14) Denn die Erde wird voll werden von Erkenntnis der Ehre
des HERRN, wie Wasser das Meer bedeckt.

Gott benutzte Babel als Werkzeug, um Israel zu richten. Ob-
wohl sie ungerechte Mittel gebrauchten, sollte es ihnen gelingen.
Aber die fünf Wehrufe, die der Prophet ausspricht (6b.9.12.15.19),
stellen das Böse heraus, das Gott in keinem Volk lange tolerieren
wird. Babel hatte viele Völker beraubt. Babel mehrte sein Gut mit
fremden Gut (6b). Babel machte unrechten Gewinn zum Unglück
seines Hauses (9-11). Sie bauten ihr Reich, indem sie andere rui-
nierten. Babel baute die Stadt mit Blut und richtete die Burg mit Un-
recht auf (12-14). Sie bauten ihre Städte mit Blutschuld und Verbre-
chen. Gott will solch ein Werk mit Feuer verbrennen und eine Stadt
voll von Erkenntnis der Ehre des HERRN aufrichten (14; Ps 72,19).
Babel ließ seinen Nächsten trinken und machte ihn ausschweifend.
Sie verdarben eroberte Völker mit Alkohol und Pornographie. Die
größte Sünde von Babel war der Götzendienst (18-20). Sie liebten
andere Dinge mehr als Gott (5. Mo 5,7). Sie waren Götzendiener.
Gottes richtende Hand in Vers 14 ist eine Verheißung, die auf das
kommende messianische Reich vorausschaut. Vers 19 und 20 zei-
gen einen Kontrast zwischen den von Menschen gemachten Götzen
und dem heiligen Gott. Wenn das Böse zu triumphieren schient,
lasst uns auf Gott warten.

Gebet: Herr, hilf mir geduldig auf dich zu warten, auch in der schlim-
men Zeit.

Ein Wort: Der Herr ist in seinem heiligen Tempel

28. Juni 2011

Der Gerechte wird durch seinen Glauben leben

Habakuk 2,1-5

(Hab 2,4b) Der Gerechte aber wird durch seinen Glauben leben.

Der Prophet war bedrückt wegen der Sünde und Verdor-
benheit seines Volkes. Er war noch viel mehr bedrückt angesichts
des von Gott verheißenen schrecklichen Gerichts durch die Hand
der Babylonier. Er brachte seine Last zu Gott. Dann stellte er sich
selbst wie ein Wächter auf die Mauer Jerusalems und wartete im
Vertrauen auf Gott. Als Gott dem Propheten seine Antwort gab,
musste es deutlich und in klaren Worten aufgeschrieben werden,
so dass jeder, der es las, es dem Volk Gottes verkündigen konnte.
Es ist eine Botschaft der Hoffnung und der Errettung für Gottes Volk
und eine Botschaft des Gerichts über Babel und über hochmütige
Leute, deren Absichten nicht aufrecht waren. Im Licht dieser Ver-
heißung müssen Gottes Leute auf Gott warten und durch den Glau-
ben leben, obwohl Korruption und Gewalt überhand nehmen. Wer
durch den Glauben lebt, gilt als gerecht. „Der Gerechte aber wird
durch seinen Glauben leben (4).“ Dieses Wort ist ein Kontrast zwi-
schen dem Leben von Babel und dem Leben von Juda. Gleichzeitig
ist es ein Kontrast zwischen der Macht des Bösen und der Schluss-
folgerung des Volkes Gottes. Wir können vor Gott nicht unsere Ta-
ten rühmen, sondern unseren Glauben zeigen.

Gebet: Herr, hilf mir, auf dich zu warten und durch den Glauben zu
leben.

Ein Wort: Der Gerechte wird durch seinen Glauben leben

27. Juni 2011

Einführung zum Buch Habakuk

Sehr wahrscheinlich erlebte Habakuk den Niedergang und
den Fall des assyrischen Reiches mit. Zurzeit, als der assyrische Ein-
fluss in Juda abnahm, fand die Erneuerung unter der Führung Josi-
as statt. Gleichzeitig mit diesen Entwicklungen stiegen die Meder
und die Babylonier im östlichen Teil des Fruchtbaren Halbmondes
zur Macht auf. Es ist möglich, dass Ninive schon vor dem Auftritt
Habakuks als Sprecher Gottes gefallen war. Das Bild der Gewalt,
des Streites und der Abtrünnigkeit, die zurzeit Habakuks so weit
verbreitet war (1,2-4), scheint auf dem Zeitraum, der unmittelbar
auf Josias Tod im Jahre 609 v. Chr. folgte, zuzutreffen. Die Chaldäer
hatten sich noch nicht genügend durchgesetzt, um eine Gefahr für
Juda darzustellen, da sich der Einflussbereich der Ägypter bis zur
Schlacht von Karkemisch (605) bis an den Euphrat erstreckte. Daher
stellen die Jahre zwischen 609 und 605 einen geeigneten Hinter-
grund für die Botschaft Habakuks dar.
Das Zwischengespräch zwischen Habakuk und Gott ist
bemerkenswert. Der Prophet wirft die philosophische Frage über
einen scheinbaren Widerspruch zwischen der tatsächlichen Ge-
schichte und der Offenbarung Gottes auf. Zum Schluss löst er dieses
Problem, indem er seinen Glauben an Gott zum Ausdruck bringt.
Dieses ganze ist auf die Tatsache aufgebaut, dass Gott ein heidni-
sches Volk einsetzt, um sein eigenes Volk zu bestrafen.

1,1-4 Erste Klage; 1,5-11 Gottes Antwort; 1,12-2,1 Zweite Klage; 2,
2-20 Gottes Antwort; 3,1-19 Habakuks Glaubensbekenntnis.

Herr, warum schweigst du?

Habakuk 1,1-17

(Hab 1,13b) Warum siehst du dann aber den Räubern zu und
schweigst, wenn der Gottlose den verschlingt, der gerechter ist als
er.

In unserem Glaubensleben geraten wir in Situationen, die
wir mit unserer Vernunft und Weisheit nicht lösen können. Als Ha-
bakuk die zügellose Gewalt und Ungerechtigkeit in Juda sah, schrie
er zu Gott. „Herr, wie lange soll ich schreien, und du willst nicht hö-
ren?“ „Warum lässt du mich Bosheit sehen und siehst dem Jammer
zu (2.3)?“ Wie konnte ein heiliger und gerechter Gott solch eine
Gesetzlosigkeit und Verdrehung des Rechts tolerieren (1-4)? Gottes
Antwort war schockierend. Er wollte es nicht tolerieren. Er wollte
die unbarmherzigen Babylonier, Männer, deren eigene Stärke ihr
Gott war, als Werkzeug des Gerichts benutzen. Sie sollten Jerusa-
lem zerstören. Dies war daher, weil Gott sein Volk liebte (Hebr 12,
6-13). Gott hatte auf die Klage des Propheten geantwortet, aber
er fragte weiter klagend (12.13). „Warum siehst du dann aber den
Räubern zu und schweigst, wenn der Gottlose den verschlingt, der
gerechter ist als er?“ Gottes Volk war verdorben, aber sie waren
immer noch besser als die Babylonier! Wie konnte der heilige Gott
solch ein Unrecht tolerieren? Die Babylonier waren wie gottlose Fi-
scher. Sie fingen die Völker in ihren Netzen wie Fische. Sie lebten im
Luxus und beteten ihre Netze an. Habakuk sorgte sich um das Recht
und die Gerechtigkeit und ebenso um sein Volk.

Gebet: Stelle gottesfürchtige Menschen auf, die sich um ihr Volk
kümmern und mit dir ringen.

Ein Wort: Gott bestraft, um zu erretten