8.Dezember 08

Einführung zum Buch Sacharja

Kyrus, der König von Persien, eroberte Babel im Jahr 538 v. Chr. Er gab einen Erlass heraus, der den Juden, die 70 Jahre zuvor nach Babel deportiert worden waren, erlaubte, aus dem Exil nach Judäa zurückzukehren und den Tempel wieder aufzubauen. Aber die Arbeit wurde unterbrochen, weil einige Samariter in der Stadt neidisch wurden und gegen sie arbeiteten. Als jedoch König Darius in Persien an die Macht kam, gab er die Erlaubnis, den Bau fortzusetzen.

Sacharja war als Sohn einer Priesterfamilie in Babel geboren. Er arbeitete mit Haggai zusammen für eine geistliche Erweckung unter den Juden und ermutigte die Juden, ihre Furcht und Lethargie zu überwinden und den Tempel aufzubauen (Esra 5,1-2; 6,14). “Sacharja” bedeu-tet “Der Herr erinnert sich”. Sacharja verkündet Gottes Treue zu seinen Bundesverheißungen.

Leitvers des Buches Sacharja ist 1,3: “So spricht der HERR Zebaoth: ‘Kehrt euch zu mir, spricht der Herr Zebaoth, so will ich mich zu euch kehren, spricht der HERR Zebaoth.’” Kapitel 1-6 enthalten acht Visionen Sacharjas. Diese Visionen sind Gottes Botschaft an sein Volk. Sie lehren, dass Gott die Kontrolle über die Ge-schichte souverän festhält. Er wird seine Verheißungen treu erfüllen, indem er ein sündhaftes Volk bestrafen wird und seinen Segen ausgießt über die, die ihm gehorchen. Wenn Menschen Buße tun, wird er sie gewiss wiederher-stellen. Kapitel 9-14 enthalten die Hauptlasten Gottes für alle Völker und sein Volk und verkündigen die Vision, dass der Herr König über alle Lande sein wird (14,8). Gottes Volk soll heute auch die Visionen haben.

 

Kehrt euch zu mir

Sacharja 1,1-17     

Leitvers 1,2

Im achten Monat des zweiten Jahres des Königs Darius geschah das Wort des Herrn zu Sacharja. Was hatte der Herr durch ihn zu sagen? Der Herr erinnerte das Volk Israel daran, dass sich seine Worte in ihrer Geschichte bewahrheitet hatten. Wer einmal auf die Vergangenheit zurückblickt, lernt Gott und seine Worte fürchten. Gut, es wäre besser gewesen, wenn dieses oder jenes Unglück in der Vergangenheit nicht geschehen wäre. Das Be-dauern ändert jedoch die jetzige Situation nicht. Der Herr aber wusste für sein Volk einen Rat: es soll sich zu ihm bekehren, sodass er auch sich zum ihm kehren kann(1-6). Am vierundzwanzigsten Tag des elften Monats, also nach drei Monaten, zeigte der Herr Sacharja die erste Vision. Ein Mann hielt sich auf einem roten Pferde im Talgrund. Hinter ihm waren drei Männer jeweils auf einem roten, einem braunen und einem weißen Pferd. Die drei Männer präsentierten die Boten des Herrn, die sich für den Herrn über die Lage der Welt erkundigten. Die Welt war im Frieden. Der Engel auf dem roten Pferd im Vordergrund hatte jedoch ein großes Mitleid mit dem verwüsteten Jerusalem. Der bat den Herrn um Erbarmen mit Jerusalem. Der Herr antwortete dem Engel, dass er selbst um seine Stadt eifert. Wer auf Gott harrt, kann Visionen sehen.

Gebet: Herr, ich danke dir für deinen Rat in meiner schwierigen Lage. Lass mich zu dir bekehren.

Ein Wort: Kehrt euch zu mir.