3.Dezember 09

Einführung in das Buch Maleachi
Maleachi gilt als der letzte Prophet des Alten Testaments. Außer dem Namen, der “mein Bote” bedeutet, ist kaum etwas über den Verfasser bekannt.
Man nimmt an, dass das Buch in der zweiten Hälfte des 5. Jahrhunderts vor Christus (450 – 430) entstand. Das war kurz nach der Zeit von Esra und Nehemia. Der Tempel und die Stadtmauern Jerusalems waren wieder erbaut. Aber das Volk Israel stand unter persischer Verwaltung. Es gab Missernten und Heuschreckenplagen.
Zugleich war das geistliche Leben Israels desolat. Statt Gott ernsthaft zu suchen, brachte das Volk ihm minderwertige Opfer. Die Priester achteten das Wort Gottes gering. Viele Israeliten gingen Mischehen mit heidnischen Frauen ein oder ließen sich willkürlich scheiden. Gott war betrübt. Er kündigte dem Volk sein Gericht an – einen Tag des Schreckens. Aber Gott gab sie nicht auf. Er rief sein Volk zur Umkehr. Und er verhieß ihnen einen Propheten, der den Weg des Herrn bereiten sollte. Damit schlägt Maleachi die Brücke zum Neuen Testament: zum Auftreten Johannes des Täufers als Wegbereiter und zum Kommen Jesu Christi, des Herrn.
Ein Schlüsselvers ist Maleachi 3,1: “Siehe, ich will meinen Boten senden, der vor mir her den Weg bereiten soll. Und bald wird kommen zu seinem Tempel der Herr, den ihr sucht; und der Engel des Bundes, den ihr begehrt, siehe, er kommt!
Maleachi 1,1-5
Ich habe euch lieb
(Mal 1,2) Ich habe euch lieb, spricht der Herr. Ihr aber sprecht: „Woran sehen wir, dass du uns lieb hast?“
Gott hatte Israel aus der Sklaverei in Ägypten befreit und sie wie auf Adlerflügeln ins verheißene Land getragen. Er hatte ihnen gemäß seiner Verheißung das ganze Land Kanaan gegeben und Israel zur Großmacht unter David gemacht. Als sie ihm aber immer wieder untreu waren, gab er sie siebzig Jahre in die babylonische Gefangenschaft. Doch führte er sie, wie er zugesagt hatte, in ihr Land zurück. Gott liebte wirklich sein rebellisches und undankbares Volk. Dennoch zweifelten die Menschen zur Zeit Maleachis an Gottes Liebe. Gott ermahnte sie, dass sie richtig mit ihren Augen diese klaren Beweise der Liebe Gottes sehen sollten, indem sie sich an das Schicksal der Edomiter erinnerten. Die Edomiter sind Nachkommen von Esau. Sie waren von den Babylonieren verstreut worden. Doch Israel war als eigenes Volk wiederhergestellt worden. Diese Wahrheit sollten sie sehen (5) und Gott als ihren herrlichen Gott preisen. Gott hat uns einen klaren Beweis seiner Liebe gegeben, indem er Jesus für uns am Kreuz hingab (Joh 3,16). Wenn wir täglich diesen Beweis der Liebe Gottes sehen und ihm für seine Liebe danken, werden alle Zweifel aus unserem Herzen vertrieben werden.
Gebet: Herr, danke für den klaren Beweis deiner Liebe zu mir und meinem Volk in Jesus.
Ein Wort: Ich habe euch lieb!