27.Juni 09
28. August 2008 — Anja
Das Buch des Propheten Habakuk
Habakuk („Umarmer, Umklammerer“) wirkte in Juda ungefähr z.Zt. der Könige Josia und Jojakim. Der Inhalt seines Buches weist in die Jahre vor dem ersten Strafgericht über Jerusalem und der ersten Deportation nach Babel, also vor das Jahr 598 v.Chr. Er war somit auch ein Zeitgenosse Jeremias. Es ist anzunehmen, dass er den Beginn der Erfüllung seiner Prophezeiung noch miterlebte.
Das Hauptthema seiner Prophetenschrift ist die Frage nach der Gerechtigkeit Gottes in der Völkergeschichte. Das Buch Habakuk ist besonders dadurch gekennzeichnet, dass es keine direkte Botschaft an das Volk enthält, sondern die Zwiesprache des Propheten mit dem Herrn aufzeichnet. In Kap. 1 klagt der Prophet über die zunehmende Gesetzlosigkeit im Volk, der Gott scheinbar untätig zusieht. Der Herr antwortet mit der Ankündigung des Gerichts durch die Chaldäer. Habakuk klagt wiederum, weil er Gottes Gericht durch ein noch gottloseres Volk schwer verstehen kann. Indem er sich so zu Gott im Gebet hinwendet, wird ihm die Antwort gegeben, die Paulus später als Leitwort für seinen Römerbrief erwählt: „Der Gerechte aber wird durch seinen Glauben leben.“ (Hab 2,4; Röm 1,17) Nachdem Gott ihm das Ende der chaldäischen Weltmacht angekündigt hat, akzeptiert Habakuk Gottes Souveränität. Er schließt sein Buch mit einem klaren Bekenntnis seines Glaubens an Gott ab, welches einem Psalm ähnelt, der zugleich Anbetung Gottes, Preis seiner Allmacht, Vertrauen und Freude enthält.
Habakuk 1,1-11
Herr, warum schweigst du?
(Hab 1,2) Herr, wie lange soll ich schreien und du willst nicht hören? Wie lange soll ich zu dir rufen: »Frevel!«, und du willst nicht helfen?
Als Habakuk die zügellose Gewalt und Ungerechtigkeit in Juda sah, schrie er zu Gott. Es schien so, als ob das Gesetz ohnmächtig geworden sei und die rechte Sache nie gewinnen könne. Wie konnte der heilige und gerechte Gott solch eine Gesetzlosigkeit und Verdrehung der Gerechtigkeit tolerieren?
Gottes Antwort ist schockierend. Er wollte in der Tat die Gewalt und Verdorbenheit, die Juda befallen hatten, nicht tolerieren. Er wollte sein Volk bestrafen, damit sie Buße täten und errettet würden. Aber das schockierende war, dass er die Babylonier, ein Volk das noch viel böser war als die Juden, als sein Werkzeug des Gerichts gebrauchen wollte. Sie waren grausam und unbarmherzig. Sie wurden von allen Völkern gefürchtet. Sie waren sich selbst Gesetz und machten ihre eigene Kraft zu ihrem Gott. Gott wollte dieses Volk als sein Werkzeug gebrauchen, um Jerusalem zu zerstören.
Gebet: Herr, wir leben auch in einer gewalttätigen und verdorbenen Zeit. Stelle gottesfürchtige Menschen auf, die sich um ihr Volk kümmern und mir dir ringen. Gib Deutschland, angefangen von mir, den Geist der Buße.
Ein Wort: Gott straft, um zu retten