1.Oktober 08
20. Juni 2008 — Anja
Wo ist solch ein Gott, wie du bist?
Einführung zum Buch Micha
Über den Propheten Micha ist nur wenig bekannt. Sein Name, eine Kurzform von Michaja, bedeutet: „Wer ist wie Gott?“. Micha kam aus der kleinen Stadt Moreschet im südlichen Juda. Er wirkte zur Zeit der Könige Jotam, Ahas und Hiskia von Juda, also zwischen 750 und 686 v. Chr.. Er war damit ein Zeitgenosse von Jesaja und Hosea. Während Jesaja mehr in Jerusalem wirkte, zeigt Micha detaillierte Kenntnisse der Situation der Leute auf dem Land.
Das Buch enthält drei Zyklen von Predigten über Gericht und Errettung. Micha prangert die sozialen Missstände seiner Zeit und die Verdorbenheit der Führungsschicht schonungslos an. Er sagt die Zerstörung Jerusalems und des Tempels als Gottes Gericht mit drastischen Worten voraus. Offenbar blieben seine Bußepredigten nicht ohne Wirkung, denn unter König Hiskia kam es tatsächlich zu einer geistlichen Erneuerung. Die Predigt Michas über die Tempelzerstörung wurde so bekannt, dass der Pro-phet Jeremia sie zitiert (Jeremia 26,18). Über alle Ankün-digungen des Gerichtes blickt Micha jedoch voraus auf die Zeit des Messias, der aus Bethlehem stammen soll und Gottes Volk sammelt, wiederherstellt und in seinem Friedensreich regiert.
Der Leitvers des Buches ist Micha 7,18: „Wo ist solch ein Gott, wie du bist, der die Sünden vergibt und erlässt die Schuld denen, die übrig geblieben sind von seinem Erbteil; der an seinem Zorn nicht ewig festhält, denn er ist barmherzig!“
Höret, alle Völker!
Micha 1,1-16
Leitvers 1,2
Micha beginnt seine Botschaft mit einer Ankündigung des Gerichtes Gottes. Er wendet sich hierbei nicht nur an Israel, sondern an alle Völker. Die Aufforderung zur Buße betrifft alle Menschen ohne Ausnahme. Micha spricht nicht aus eigener Autorität, sondern Gott ist es, der aus seinem heiligen Tempel heraus mit den Menschen redet. Das Gericht Gottes beinhaltet große Naturereignisse. Die Ursache für das Gericht wird klar genannt: es ist die Sünde von Samaria und Jerusalem, die stellvertretend für Israel und Juda stehen. Besonders zornig war Gott über den Götzendienst, der für ihn dasselbe wie Hurerei war. Aus Trauer über das Gericht Gottes ging Micha bloß und barfuss. Als Diener Gottes muss er das Gericht verkündigen, aber der Gedanke an die kommende Zer-störung lastet schwer auf ihm. Die folgenden Gerichts-ankündigungen für die Städte in Juda enthalten im Hebräischen einige Wortspiele. Bet-Leafra heißt „Haus des Staubes“; Schafir bedeutet „gefällig“; Zaanan klingt wie das hebräische Wort für „ausziehen“; Marot klingt ähnlich wie „bitter“; Lachisch hat Ähnlichkeit mit dem Wort für „Gespann“; Achsib bedeutet „Betrug“; Marescha klingt ähnlich wie das hebräische Wort für „Erbe“.
Gebet: Herr, du rufst alle Völker zur Buße auf. Ge-brauche mich als deine Stimme, meinem Volk zur Buße zu helfen.
Ein Wort: Alle Völker sollen Gottes Wort hören