15.Juni 09

Einleitung zum Propheten Hesekiel

Hesekiel war ein Priester und ein jüngerer Zeitgenosse Jeremias. Als die Babylonier Jerusalem im Jahre 597 v. Chr. eroberten, verschleppten sie die Besten des Landes nach Babylon ins Exil. Hesekiel war auch darunter, während Jeremia in Jerusalem blieb und dort dem Volk diente. Gott berief Hesekiel zum Propheten und beauftragte ihn, Gottes Wort unter denen im Exil zu verkündigen. Die babylonische Gefangenschaft endete 539 v.Chr., als Kyrus von Persien Babel eroberte.

Die Hoffnung der Exilanten war es gewesen, nach Jerusalem zurück zu kehren und Gott im Tempel anzubeten. Doch im Jahre 586 v.Chr. wurde Jerusalem erobert und der Tempel zerstört. Gottes Hoffnung lag weder in der verdorbenen Stadt Jerusalem noch im Tempel, sondern in den treuen Übriggebliebenen, die im Exil waren. Hesekiel 11,16 sagt, dass Gott denen, die er fern weg unter die Heiden vertrieben und in die Länder zerstreut hatte, selbst zum Tempel geworden war.

Die Kapitel 1-24 sind vor dem Fall Jerusalems geschrieben worden und kündigen das Gericht Gottes an. Die Kapitel 25–32 beschreiben Gottes Gericht über sieben Völker. In den Kapiteln 38–48 geht es um die Hoffnung für alle Völker – den kommenden Messias. In Hesekiel 34 verheißt Gott, dass er das Verlorene suchen, das Verirrte zurückbringen, das Verwundete verbinden und das Schwache stärken würde, und seinem Volk den einen Hirten erweckt, der sie recht weidet.

Hesekiel 1,1-28

Hesekiels Vision von der Herrlichkeit Gottes

(Hes 1,28) Wie der Regenbogen steht in den Wolken, wenn es geregnet hat, so glänzte es ringsumher. So war die Herrlichkeit des Herrn anzusehen. Und als ich sie gesehen hatte, fiel ich auf mein Angesicht und hörte einen reden.

Hesekiel lebte im Exil in Babylon. Gott zeigte ihm eine herrliche Vision der Heiligkeit und Souveränität Gottes. Hesekiel sah etwas wie eine mächtige Wolke und loderndes Feuer mit Glanz ringsumher, darin waren vier Gestalten, die wie Menschen aussahen. Ihre vier Angesichter – Mensch, Löwe, Stier, Adler – repräsentieren die Eigenschaften Gottes wie Weisheit, Stärke und Schönheit. Die Gestalten selbst wurden vom Geist Gottes bewegt. Über den Häuptern der Gestalten war etwas wie eine Himmelsfeste, und über der Feste stand ein Thron, auf dem im vollen Glanze der Herr saß. Inmitten der trostlosen Lage im Exil, im Lande der Chaldäer, am Fluss Kebar, sah Hesekiel die Herrlichkeit des Herrn. Der Herr war nicht fern in Jerusalem. Der Herr war mitten unter seinem Volk. Als Hesekiel die Herrlichkeit des Herrn sah, fiel er auf sein Angesicht und betete an.

Gebet: Herr, du bist herrlich! Lass mich in jeder Lage und an jedem Ort deine Herrlichkeit sehen.

Ein Wort: Eine Vision von der Herrlichkeit Gottes